Aus der Familiengeschichte des Richard Strauss
Die Walter-Turmbläserfamilie vom Hohen Parkstein
Der Urgroßvater Aus dem Dörfchen Hopfennohe, im heutigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr gelegen, war zu Ende des 18. Jahrhunderts ein junger begabter Musiker als Lehrer nach Meerbodenreuth bei Parkstein gezogen. Nicht lange dauerte es, bis Michael Walter die Stelle eines Turmbläsers zu Parkstein erhielt. Dies war eine sehr geachtete Stellung, wie sich schon aus der Titulierung "Unser Herr Türmer" oder "Gnädiger Herr Türmer" zeigte. Er hatte als Musikmeister Unterricht zu erteilen, bezog von der Kirchenverwaltung ein festes Gehalt und musste auch das "Stundennachschlagen" als Zeichen der Wachsamkeit während der Nacht übernehmen.
Dessen Kinder
Michael Walters Ehe entsprangen 9 Kinder, denen er allen seine Talente vererbte und eine außergewöhnlich gute musikalische Erziehung gab. So wurde sein Sohn Michael ein hochgeschätzter Musiker als Türmermeister in Nabburg. Ein anderer Sohn des Michael Walter, sein 5. Kind Franz Josef Michael, war Oboist in Neuburg an der Donau und dessen Sohn wurde einer der größten Geiger Bayerns in der Musikgeschichte: Benno Walter, der später Richard Strauss Geigenunterricht geben sollte. Schließlich ist der jüngste Sohn Johann Georg Walter zu nennen, dessen Lebensweg sich eng mit seinem Neffen Franz Josef Strauss, des Vaters von Richard Strauss verbindet.
Der Vater - als Hornist begeisterte er die Musikwelt
Franz Josef Strauss wurde 1822 als unehelicher Sohn der Kunigunde Walter, einer Tochter des Türmers Michael Walter, geboren. Kunigunde Walter galt als sehr musikalisch, soll eine sehr schöne Stimme gehabt haben und spielte mehrere Instrumente. Der Vater war Gerichtsdienerknecht in Rothenstadt bei Weiden und gemäß der damaligen Gesetzgebung erhielt der Sohn den Familiennamen des Vaters - Strauss. Michael Walter, der Ernährer der Familie, starb als Franz Josef 9 Jahre alt war. Der erst 18-jährige Onkel Johann Georg übernahm die Vaterstelle und als er als Musiker in München Fuß gefasst hatte, holte er seinen Neffen rasch nach.
In München brachte es Franz Josef Strauss bald zum ersten Hornisten der Hofoper und zum Professor der königlichen Akademie. Nicht nur das: er galt als einer der besten Hornisten seiner Zeit und wurde mit dem Weltstargeiger Josef Joachim verglichen. Bei der außerordentlichen musikalischen Begabung, die der gesamten Familie Walter im Blut steckte, war es selbstverständlich, dass die allabendlichen musikalischen Darbietungen bei Herzog Max in Bayern in Possenhofen, im wesentlichen von drei Parksteinern bestritten wurden: Josef und Georg Walter spielten erste und zweite Violine, Franz Josef Strauss die Gitarre. Als am 29.8.1863 im Liebfrauendom zu München zwischen Franz Josef Strauss und Josephine Pschorr, einer Tochter des Münchner Brauereibesitzers, die Ehe geschlossen wurde, beginnt die Geschichte eines weltberühmten und epochemachenden Komponisten - Richard Strauss.
Mehr zu Richard Strauss finden Sie unter www.richard-strauss-institut.de.