Ringweg 3 - Die Erdgeschichte im Blick
Auf dem Ringweg 3 wollen wir uns mit der Erdgeschichte befassen.
Vom Parkplatz an der Basaltwand aus blicken wir nach Osten, auf den Oberpfälzer Wald. Die dortigen komplexen kristallinen Gesteinsserien wurden vor 600 bis 340 Millionen Jahren gebildet, herausgehoben und schließlich bis auf ihren Rumpf wieder abgetragen. Der aus dem Grundgebirge angefallene Verwitterungsschutt wurde in der westlich der „Fränkischen Linie“ liegenden Weidener Bucht und der Hirschau-Schnaittenbacher Senke abgelagert.
Dem Ringweg entlang wandern wir auf diesen Ablagerungen aus dem Erdmittelalter. Auf den Feldern südlich von Parkstein, deren Untergrund Sandstein bildet, finden sich als Lesesteine reichlich Karneole, deren Farbe von grau über braun bis hin zum kräftigen Rot reicht. Diese durch Eisen oder Mangan gefärbten Quarze sind besonders nach Regenschauern gut zu sehen. Vor allem Kinder haben beim Spazierengehen sicherlich ihren Spaß beim Sammeln der Halbedelsteine.
In der geologisch außerordentlich unruhigen Zeit des Tertiär stieg entlang einer senkrecht stehenden Förderspalte glühend heißes Magma vom oberen Erdmantel auf. Dabei durchschlug es sowohl das kristalline Grundgebirge, als auch die darüberliegenden Ablagerungssteine des Weidener Beckens. Noch in dieser Förderspalte erkaltete das Magma und bildete die an der Basaltwand zu sehenden Säulen, die durch Schrumpfungsprozesse während der Abkühlung entstanden. Im Laufe der Jahrmillionen wurde der Basalt aus dem weicheren Umgebungsgestein durch die Kräfte der Erosion (Abtragung) herauspräpariert und präsentiert sich uns heute als so genannter Härtling. Mit einem Alter von 24 Millionen Jahren ist der Hohe Parkstein der älteste Vertreter des tertiären Basaltvulkanismus in der Oberpfalz. Seine spektakuläre Wand verdankt er allerdings der Steinbruchtätigkeit im 20. Jahrhundert.
Wegbeschreibung
An der Wandertafel orientieren wir uns und gehen in Richtung Norden zur „Basaltstraße“. Wir erblicken in südlicher Richtung die Stadt Weiden und etwas links davon den Fischerberg mit seinem Fernmeldeturm. Weiter links sehen wir die Klosterkirche St. Felix in Neustadt a.d. Waldnaab. Entlang der „Basaltstraße“ wandern wir am ehemaligen Burggut vorbei, lassen das Zentrum „Alt-Parksteins“ links liegen und wenden uns zur „Neustädter Straße“. Hier geht es bergab, vorbei an der kleinen Anlage „Guck ins Land“.
Von dieser Anlage aus, mit einer Gabionenwand im Rücken, hat man einen herrlichen Blick auf die Ortschaft Wendersreuth. Wir gehen weiter abwärts, am ehemaligen „Braubrunnen“ vorbei. Dieser alte Brunnen, schon in der Zeit des 30-jährigen Krieges so genannt, dient noch heute dem Feuerschutz.
Vor der Einmündung der „Weidener Straße“ überqueren wir die „Neustädter Straße“ und streben ortsauswärts. Dabei kommen wir an den Gebäuden und Anlagen der Firmengruppe WITRON vorbei. Sie fügen sich nahtlos in das sensible Gebiet am Parkstein ein. Die Familie Winkler hat für dieses naturnahe Bauen zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Vorbei am Werk 1 und dem Wohnhaus links liegt an der Einmündung „Tulpenweg“ auf der rechten Seite der „Logistik-Hof. Er ist das Herzstück der High-Tech-Firma, die mit ca. 720 Mitarbeitern weltweit computergesteuerte Logistiklösungen entwickelt. Hinter dem „Logistik-Hof“ sehen wir die betriebseigene Turnhalle mit Kasino. Links sieht man das Werk 2 mit seinen Pavillons, die sich in ihrer Holzbauweise bestens in die Landschaft einfügen und zwei große Demonstrationshallen, das „WITRON-Technologie-Center“. Am Ende des Gehweges überqueren wir die Straße in den Ortsteil Theile und gehen vorsichtig links die stark und schnell befahrene Kreisstraße NEW 2 in Richtung Kotzau. Bei der ersten Wegeinmündung rechts – beim „Vögl-Marterl“
– erreichen wir wieder den äußeren Ringweg des Wanderwegenetzes und folgen der Markierung rot/grün R 3. Beim Trafohaus halten wir uns rechts und erreichen in einer Senke das eingezäunte Grundstück des ehemaligen Tiefbrunnens des Marktes Parkstein. Der gesamte Markt Parkstein wird heute vom Zweckverband der Steinwaldgruppe mit Wasser versorgt. Den Brunnen lassen wir rechts liegen und durchqueren den Flurteil „Reichenbach“ in Richtung Waldrand. Links in der Senke können wir die Ortschaft Meerbodenreuth erahnen.
Gleich innerhalb des Waldes überqueren wir den Damm des ehemaligen „Burggutweiher“,
heute eine Biotopfläche mit Erlenbestand, der natürlichen Vegetation auf diesem Feuchtstandort. Nach dem Damm halten wir uns links der ehemaligen Hohlgasse und durchwandern das ausgedehnte Waldgebiet bergaufwärts bis wir auf den nächsten Feld- und Waldweg stoßen. Hier gehen wir nach rechts und erreichen bald darauf den Wanderparkplatz „Rotes Kreuz“ mit dem Marterl der Familie Hauer.
Vorsichtig überqueren wir die Gemeindeverbindungsstraße sowie den kombinierten Fuß-/Radweg von Parkstein nach Weiden und gehen bergabwärts in Richtung „Grünthal“. Nach ca. 50 Metern überqueren wir den historischen „Landrichterweg“, die alte Wegeverbindung zwischen Parkstein und Weiden.
Bei der nächsten Abzweigung steht ein Marterl, das an den tödlichen Unfall des Holzhauers Linus Plodeck erinnert. Wir gehen gerade weiter und sehen vor uns bereits die Asphaltstraße nach Grünthal. Bevor wir diese erreichen, biegen wir bei dem Wäldchen rechts ab und gehen Parkstein von Süden her an. Vor uns liegt jetzt das Siedlungsgebiet „Im Grün“ und mit Erreichen des Ortsrandes gehen wir den Grüngürtel links entlang, lassen den Kinderspielplatz rechts liegen und durchwandern eine alte Hohlgasse,
bis wir beim Bauhof wieder Parkstein erreichen. Hier gehen wir über die „Weidener Straße“, „Schulstraße“, vorbei an Sportplatz, Schulgelände, den Fußweg hinauf zur „A.-von-Humboldt-Straße“ und über den „Franz-Strauß-Weg“ zurück zum Ausgangspunkt.